Beratung starten
Kapitalanlage

Immobilien als Kapitalanlage 2025: Der ultimative Ratgeber

Alles, was Sie über Immobilien als Kapitalanlage wissen müssen: Von der Renditeberechnung über Steuervorteile bis zu den besten Strategien für Einsteiger und Profis.

23 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 17. Dezember 2025
Von MyInvest24 Experten
Das Wichtigste in Kürze
  • Rendite realistisch: Direktinvestment meist 3-6% Bruttomietrendite, Projektbeteiligungen oft 8-16% (Risiko beachten)
  • Eigenkapital-Formel: Ideal sind 20-30% Eigenkapital + Kaufnebenkosten (meist 10-15%)
  • Cashflow: Bei 2-3% Tilgung ist neutraler bis leicht negativer Cashflow normal – Tilgung baut Vermögen auf
  • Steuern: AfA + Zinsabzug senken die Steuerlast; Verkauf nach 10 Jahren oft steuerfrei (§23 EStG)
  • Standort: A-Lagen stabiler (2-4%), B/C-Lagen renditestärker (4-8%+), aber risikoreicher
  • Rücklagen: Mindestens 6 Monatsmieten Reserve + Instandhaltung einplanen
  • Prozess statt Bauchgefühl: Erst Finanzierungszusage, dann Objekt – immer mit konservativer Wirtschaftlichkeitsrechnung

1. Was sind Immobilien als Kapitalanlage?

Immobilien als Kapitalanlage bezeichnen den Kauf von Immobilien mit dem primären Ziel, Rendite zu erzielen – sei es durch Mieteinnahmen, Wertsteigerung oder beides. Im Gegensatz zum selbstgenutzten Eigenheim steht bei der Kapitalanlage der wirtschaftliche Nutzen im Vordergrund.

Das Prinzip ist einfach: Sie erwerben eine Immobilie, vermieten diese und generieren so ein passives Einkommen. Gleichzeitig profitieren Sie von der historisch stabilen Wertentwicklung von Immobilien und können erhebliche Steuervorteile nutzen.

Warum Immobilien als Kapitalanlage so beliebt sind

Deutschland hat eine lange Tradition als „Land der Mieter". Über 50% der Bevölkerung wohnt zur Miete – das ist europäischer Spitzenwert. Für Kapitalanleger bedeutet das: Eine konstant hohe Nachfrage nach Mietwohnungen, insbesondere in Ballungsräumen.

Wussten Sie schon?

Laut einer Studie der Bundesbank haben Immobilienbesitzer im Durchschnitt ein fünfmal höheres Vermögen als Mieter. Der Hauptgrund: Der erzwungene Vermögensaufbau durch monatliche Tilgung.

Die drei Säulen der Immobilienrendite

Bei Immobilien als Kapitalanlage profitieren Sie von drei Renditequellen gleichzeitig:

  1. Mieteinnahmen: Laufende, monatliche Erträge aus der Vermietung
  2. Wertsteigerung: Langfristige Preissteigerung der Immobilie
  3. Steuervorteile: AfA, Zinsabzug und weitere Steuersparmöglichkeiten

Diese Kombination macht Immobilien zu einer der wenigen Anlageformen, die gleichzeitig laufende Erträge, Vermögensaufbau und Steueroptimierung ermöglicht.

2. Vor- und Nachteile im Überblick

Wie jede Anlageform haben auch Immobilien als Kapitalanlage ihre Vor- und Nachteile. Eine ehrliche Betrachtung hilft Ihnen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Vorteile
  • Inflationsschutz durch Sachwert
  • Stabile, monatliche Mieteinnahmen
  • Erhebliche Steuervorteile (AfA, Zinsabzug)
  • Langfristige Wertsteigerung
  • Fremdfinanzierung möglich (Leverage-Effekt)
  • Steuerfreier Verkauf nach 10 Jahren
  • Physischer, greifbarer Vermögenswert
  • Krisensichere Anlage
⚠️ Nachteile
  • Hoher Kapitaleinsatz erforderlich
  • Geringe Liquidität (kein schneller Verkauf)
  • Verwaltungsaufwand bei Direktbesitz
  • Leerstandsrisiko und Mietausfälle
  • Klumpenrisiko bei einzelner Immobilie
  • Instandhaltungskosten
  • Zinsänderungsrisiko bei Anschlussfinanzierung
  • Standortabhängige Wertentwicklung

Für wen eignen sich Immobilien als Kapitalanlage?

Immobilien als Kapitalanlage sind besonders geeignet für:

  • Langfristig orientierte Anleger: Ideal für Anlagehorizonte von 10+ Jahren
  • Gutverdiener: Die Steuervorteile sind bei höheren Steuersätzen besonders attraktiv
  • Vermögensaufbauer: Erzwungenes Sparen durch Tilgung
  • Altersvorsorge-Planer: Mieteinnahmen als zusätzliche Rente
  • Diversifikations-Suchende: Als Ergänzung zu Aktien und anderen Anlagen

3. Rendite berechnen: So geht's

Die Renditeberechnung ist das A und O bei der Bewertung einer Immobilie als Kapitalanlage. Es gibt verschiedene Renditekennzahlen, die Sie kennen sollten.

Die wichtigsten Renditekennzahlen

Kennzahl Formel Richtwert
Bruttomietrendite Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100 ≥ 4%
Nettomietrendite (Jahreskaltmiete - Kosten) ÷ (Kaufpreis + Nebenkosten) × 100 ≥ 3%
Eigenkapitalrendite Jahresüberschuss ÷ Eigenkapital × 100 ≥ 8%
Mietmultiplikator Kaufpreis ÷ Jahreskaltmiete ≤ 25

Komplette Beispielrechnung (vorgegebenes Szenario)

So sieht eine saubere Rendite- und Cashflow-Rechnung mit realistischen Annahmen aus:

  • Kaufpreis: 250.000 €
  • Kaufnebenkosten: 10% = 25.000 €
  • Gesamtinvestition: 275.000 €
  • Eigenkapital: 75.000 €
  • Finanzierung: 200.000 € zu 3,5% Zins
  • Monatliche Kaltmiete: 850 €
  • Nicht umlegbare Kosten: 150 €/Monat
  • Annahme Tilgung (Beispiel): 2,0% p.a.
Kennzahl Rechnung Ergebnis
Jahreskaltmiete 850 € × 12 10.200 €
Bruttomietrendite 10.200 € ÷ 250.000 € 4,08%
Nicht umlegbare Kosten p.a. 150 € × 12 1.800 €
NOI (Miete − Kosten) 10.200 € − 1.800 € 8.400 €
Nettomietrendite 8.400 € ÷ 275.000 € 3,05%
Zinsen p.a. 200.000 € × 3,5% 7.000 €
Cashflow nach Zinsen 8.400 € − 7.000 € 1.400 € (116,67 €/Monat)
Tilgung p.a. (Annahme) 200.000 € × 2,0% 4.000 €
Cashflow nach Rate 1.400 € − 4.000 € −2.600 € (−216,67 €/Monat)
EK-Rendite (Cashflow nach Zins) 1.400 € ÷ 75.000 € 1,87%
EK-Rendite inkl. Tilgung (1.400 € + 4.000 €) ÷ 75.000 € 7,20%
💡 Praxis-Tipp

Rechnen Sie immer mit beiden Perspektiven: Liquidität (Cashflow nach Zins) und Vermögensaufbau (Tilgung). So vermeiden Sie „schöne“ Renditen mit gefährlicher Monatsbelastung.

→ Zum interaktiven Rendite-Rechner

4. Steuervorteile nutzen: AfA & Co.

Einer der größten Vorteile von Immobilien als Kapitalanlage sind die erheblichen Steuervorteile. Richtig genutzt, können diese Ihre Rendite um mehrere Prozentpunkte steigern.

Die AfA (Absetzung für Abnutzung)

Die AfA ermöglicht es Ihnen, die Anschaffungskosten des Gebäudes (nicht des Grundstücks!) über mehrere Jahre steuerlich abzusetzen – ohne dass tatsächlich Geld abfließt.

Gebäudeart AfA-Satz Nutzungsdauer
Neubau ab 2023 3% 33 Jahre
Altbau (1925-2022) 2% 50 Jahre
Altbau vor 1925 2,5% 40 Jahre
Degressive AfA (Neubau) 5% Vom Restwert
Denkmal-AfA Bis 9% 12 Jahre
⚠️ Wichtig: AfA nur auf den Gebäudeanteil

Die AfA gilt grundsätzlich nur für den Gebäudeanteil – nicht für Grund und Boden. Die Aufteilung erfolgt nicht „nach Gefühl“, sondern anhand belastbarer Maßstäbe (z.B. Bodenrichtwert, Gutachten oder vertragliche Aufteilung). Eine falsche AfA-Basis ist einer der häufigsten Steuerfehler.

Sonder-AfA nach §7b EStG (Neubau Mietwohnungen)

Für bestimmte neue Mietwohnungen kann zusätzlich zur normalen AfA eine Sonderabschreibung möglich sein (zeitlich begrenzt und an Voraussetzungen geknüpft). Entscheidend sind u.a. Bau-/Herstellungskostenobergrenzen und weitere Kriterien. Ob §7b passt, sollte immer vor dem Kauf/Projektstart geprüft werden.

Erhöhte AfA bei Denkmalschutz

Denkmalschutzobjekte können steuerlich besonders attraktiv sein, weil bestimmte Sanierungs- und Modernisierungskosten erhöht abgeschrieben werden können. Das Thema ist komplex (Bescheinigungen, Abgrenzung begünstigter Kosten) – dafür kann der Steuereffekt deutlich sein. Lassen Sie Denkmal-Objekte immer fachlich prüfen.

Steuerfreier Verkauf nach 10 Jahren

Im Privatvermögen ist ein Verkauf nach Ablauf der Spekulationsfrist (typisch 10 Jahre) in vielen Fällen steuerfrei (§23 EStG). Entscheidend sind die Stichtage (Kaufvertrag zu Verkaufsvertrag) und Sonderfälle (z.B. gewerblicher Grundstückshandel). Planen Sie deshalb von Anfang an mit einer passenden Haltedauer.

Beispiel: Steuerersparnis bei 60.000 € zu versteuerndem Einkommen

Vereinfacht gezeigt (ohne Solidaritätszuschlag/Kirchensteuer): Angenommen, Ihr Grenzsteuersatz liegt bei 35%. Bei einem Gebäudeanteil von 200.000 € (vereinfachte Annahme) und 200.000 € Darlehen ergeben sich:

Position Betrag/Jahr
AfA (2% auf 200.000 € Gebäudeanteil) 4.000 €
Zinsabzug (3,5% auf 200.000 € Darlehen) 7.000 €
Summe abzugsfähig (vereinfacht) 11.000 €
Steuerersparnis bei 35% 3.850 €

→ AfA im Rechner durchspielen

Weitere absetzbare Kosten

  • Finanzierungszinsen: Vollständig absetzbar als Werbungskosten
  • Instandhaltungskosten: Sofort oder verteilt auf 2-5 Jahre absetzbar
  • Verwaltungskosten: Hausverwaltung, Steuerberater, etc.
  • Nebenkosten: Grundsteuer, Versicherungen
  • Fahrtkosten: Für Besichtigungen und Eigentümerversammlungen

→ Ausführlicher Guide: AfA bei Immobilien

5. Die richtige Finanzierung finden

Die Finanzierung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor bei Immobilien als Kapitalanlage. Der sogenannte Leverage-Effekt ermöglicht es, mit Fremdkapital die Eigenkapitalrendite zu steigern.

Der Leverage-Effekt erklärt

Solange die Gesamtrendite Ihrer Immobilie höher ist als der Kreditzins, erhöht jeder Euro Fremdkapital Ihre Eigenkapitalrendite. Ein einfaches Beispiel:

100% Eigenkapital
  • Kaufpreis: 200.000 €
  • Eigenkapital: 200.000 €
  • Mietrendite: 5%
  • Eigenkapitalrendite: 5%
70% Fremdkapital
  • Kaufpreis: 200.000 €
  • Eigenkapital: 60.000 €
  • Kredit: 140.000 € @ 3%
  • Eigenkapitalrendite: 9,8%
⚠️ Wichtiger Hinweis

Der Leverage-Effekt wirkt auch umgekehrt! Bei Mietausfällen oder steigenden Zinsen kann eine hohe Fremdfinanzierung zum Risiko werden. Empfehlung: Maximal 70-80% Fremdfinanzierung und ausreichende Reserven einplanen.

Eigenkapitalquote: Wie viel sollte man einbringen?

Für Kapitalanleger hat sich eine klare Faustregel bewährt: 20-30% Eigenkapital (auf den Kaufpreis) plus Kaufnebenkosten (oft 10-15%). So verbessern Sie Konditionen, halten Reserven und reduzieren das Zinsänderungsrisiko.

Annuitätendarlehen vs. Tilgungsdarlehen

Darlehensart Vorteil Nachteil
Annuitätendarlehen Feste Rate, hohe Planbarkeit Tilgung steigt erst über die Zeit
Tilgungsdarlehen Schnellerer Schuldenabbau Höhere Anfangsbelastung

Zinsbindung: 10, 15 oder 20 Jahre?

  • 10 Jahre: oft Standard, gute Flexibilität
  • 15 Jahre: mehr Sicherheit, weniger Zinsänderungsrisiko
  • 20+ Jahre: maximale Planbarkeit (häufig leicht höherer Zins)

Sondertilgungsoptionen & Tilgungssatz

Ein Tilgungssatz von mindestens 2% ist für viele der Einstieg. Wer schneller Vermögen aufbauen will und es sich leisten kann, fährt mit 3% oft deutlich besser. Sondertilgungen (z.B. 5-10% p.a.) geben zusätzliche Flexibilität.

Finanzierungsbeispiel (200.000 € Darlehen)

Variante Darlehenssumme Zins Tilgung Rate/Monat Restschuld nach 10 J.
Konservativ 200.000 € 3,5% 3% 1.083 € ca. 128.000 €
Moderat 200.000 € 3,5% 2% 917 € ca. 152.000 €

→ Zum Finanzierungsrechner

→ Finanzierungs-Ratgeber

6. Verschiedene Investment-Arten im Vergleich

Es gibt verschiedene Wege, in Immobilien als Kapitalanlage zu investieren. Jede Variante hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.

Investment-Art Mindestanlage Rendite p.a. Aufwand
Direktinvestment (ETW) 100.000+ € 4-8% Hoch
Stille Beteiligung 50.000 € 8-16% Minimal
Offene Immobilienfonds 50 € 2-4% Minimal
Geschlossene Fonds 10.000+ € 4-7% Minimal
Crowdinvesting 100 € 5-8% Minimal
REITs / Immobilien-ETFs 50 € 3-6% Minimal

1) Eigentumswohnung zur Vermietung

  • Einstieg: häufig ab ca. 100.000 € (regional stark unterschiedlich)
  • Gut für Einsteiger: überschaubare Komplexität, gute Vergleichbarkeit
  • WEG-Realität: Protokolle, Rücklage und Beschlüsse entscheiden über Risiko und Kosten

2) Mehrfamilienhaus

  • Einstieg: oft ab ca. 500.000 € aufwärts
  • Rendite: häufig höher als ETW, weil professioneller verhandelt/optimiert werden kann
  • Aufwand: mehr Einheiten = mehr Prozesse (Verwaltung lohnt sich fast immer)

3) Denkmalimmobilie

  • Steuervorteile: potenziell sehr stark, aber komplex (Nachweise/Abgrenzung)
  • Lagen: häufig gute Lagen und hochwertig sanierte Substanz
  • Risiko: Sanierungs- und Kostenrisiken – Prüfung ist Pflicht

4) Neubau vs. Bestand

Kriterium Neubau Bestand
Instandhaltung meist niedriger häufig höher/unklar
Preisniveau oft höher oft günstiger
Steuern/AfA teilweise attraktiver abhängig vom Baujahr

5) Stille Beteiligung / Projektentwicklung

  • Einstieg: häufig ab 50.000 €
  • Rendite: je nach Projektstruktur oft 8-16% p.a.
  • Laufzeit: meist kürzer als Direktvermietung – dafür höhere Projektrisiken

→ Mehr über stille Beteiligungen erfahren

7. Den richtigen Standort wählen

Der Standort ist der wichtigste Faktor für den Erfolg Ihrer Immobilien-Kapitalanlage. „Lage, Lage, Lage" ist nicht umsonst das Mantra der Immobilienbranche.

Die wichtigsten Standortfaktoren

  • Bevölkerungsentwicklung: Wachsende Städte = steigende Nachfrage
  • Wirtschaftskraft: Arbeitsplätze ziehen Mieter an
  • Infrastruktur: ÖPNV, Einkaufsmöglichkeiten, Schulen
  • Mietpreisentwicklung: Historische Daten analysieren
  • Leerstandsquote: Je niedriger, desto besser

A-, B- und C-Standorte im Vergleich

Kategorie Beispiele Rendite Wertsteigerung Risiko
A-Standort München, Hamburg, Frankfurt 2-4% Hoch Niedrig
B-Standort Leipzig, Dresden, Nürnberg 4-6% Mittel Mittel
C-Standort Kleinere Städte 6-8%+ Gering Höher

Top-Standorte für Immobilien als Kapitalanlage 2025

Stadt Ø Rendite Ø Miete/m² Trend
Berlin 3,4% 13,50 € ↗️ Stabil
Leipzig 3,8% 8,90 € ↗️ Steigend
Dresden 3,9% 9,20 € ↗️ Steigend
München 2,7% 21,00 € → Stabil
Hamburg 3,3% 14,20 € → Stabil

→ Alle Städte-Guides ansehen

8. Schritt-für-Schritt Anleitung

Diese 10 Schritte bringen Struktur in Ihr erstes Investment – und verhindern typische Anfängerfehler:

Schritt 1: Finanzielle Situation analysieren

Ermitteln Sie verfügbares Eigenkapital, Bonität und eine realistische Monatsbelastung. Prüfen Sie außerdem, wie stabil Ihr Einkommen ist (z.B. Probezeit, Selbstständigkeit, Familienplanung). Legen Sie eine Liquiditätsreserve fest, die unangetastet bleibt. So vermeiden Sie eine Finanzierung „auf Kante“.

Schritt 2: Budget und Ziele definieren

Definieren Sie Ihr Ziel: Cashflow, Vermögensaufbau, Steueroptimierung oder eine Mischung. Legen Sie eine Zielrendite und eine maximale Monatsbelastung fest. Entscheiden Sie auch, ob Sie langfristig halten oder perspektivisch verkaufen wollen. Das beeinflusst Objektart, Lage und Finanzierung.

Schritt 3: Finanzierungszusage einholen

Holen Sie frühzeitig eine Finanzierungsvorabzusage ein. Damit handeln Sie schneller, wenn ein gutes Objekt verfügbar ist, und sind in Verhandlungen glaubwürdiger. Vergleichen Sie Effektivzins, Tilgung, Zinsbindung und Sondertilgung. Eine Zusage ist oft ein echter Wettbewerbsvorteil.

Schritt 4: Standort und Objektart wählen

Wählen Sie 1-3 Zielregionen und eine Objektart, die zu Ihrem Zeitbudget und Risiko passt (ETW, MFH, Neubau/Bestand). Prüfen Sie Mietniveau, Leerstand, Kaufpreise und Entwicklung. Definieren Sie harte Kriterien (z.B. Vervielfältiger, Mindestmiete, Zustand). So vermeiden Sie Bauchentscheidungen.

Schritt 5: Objekte suchen und besichtigen

Nutzen Sie Portale, Maklernetzwerke und Off-Market-Zugänge. Besichtigen Sie mit Checkliste und achten Sie auf Zustand, Umfeld, WEG-Themen und potenzielle Kostenfallen. Fordern Sie Unterlagen an (Energieausweis, Protokolle, Hausgeld, Rücklagen, Mietvertrag). Je besser die Dokumentenlage, desto besser die Entscheidung.

Schritt 6: Wirtschaftlichkeit prüfen

Rechnen Sie konservativ: Miete, nicht umlagefähige Kosten, Instandhaltung, Zins, Tilgung und Leerstandspuffer. Prüfen Sie Brutto/Netto, Cashflow und Eigenkapitalrendite. Ein guter Deal hält auch pessimistische Szenarien aus. Nutzen Sie dafür idealerweise einen Rechner und eine strukturierte Vorlage.

Schritt 7: Kaufangebot abgeben

Geben Sie ein Angebot, das zu Ihrer Rechnung passt – nicht zu Ihrem Bauchgefühl. Begründen Sie den Preis mit Zahlen (Vergleichswerte, Sanierungsbedarf, Mietniveau). Legen Sie Bedingungen klar fest (z.B. vollständige Unterlagen, Finanzierungsbestätigung, Übergabetermin). Professionelles Vorgehen erhöht die Annahmechance.

Schritt 8: Due Diligence durchführen

Prüfen Sie Grundbuch, Teilungserklärung, WEG-Protokolle, Instandhaltungsrücklage, Beschlüsse, Mietvertrag und Zustand. Achten Sie auf Sanierungsstau und Sonderumlagen. Bei Unsicherheit lohnt ein Gutachter oder eine fachliche Prüfung – Fehler in der Due Diligence sind oft teurer als jede Beratung.

Schritt 9: Notartermin und Kaufvertrag

Lesen Sie den Kaufvertragsentwurf sorgfältig und klären Sie offene Punkte vor dem Termin. Achten Sie auf Übergaberegeln, Zustand, Inventar, Zahlungsablauf und Vollmachten. Beim Notar wird beurkundet – danach laufen Grundbuch, Auflassungsvormerkung und Zahlungsfälligkeit. Planen Sie ausreichend Zeit für Bankprozesse und Unterlagen ein.

Schritt 10: Übergabe und Vermietung

Erstellen Sie ein sauberes Übergabeprotokoll (Zählerstände, Schlüssel, Zustand) und organisieren Sie Versicherung sowie Verwaltung. Prüfen Sie Mieteinnahmen realistisch und optimieren Sie Prozesse (Nebenkosten, Rücklagen, Kommunikation). Jetzt beginnt die Betriebsphase: Struktur schlägt Improvisation – besonders bei der ersten Immobilie.

9. Die 10 häufigsten Fehler vermeiden

  1. Zu optimistische Renditeerwartung

    Viele rechnen mit Ideal-Miete, ohne Leerstand und ohne realistische Kosten. Das führt zu einem „Deal“, der nur auf dem Papier gut aussieht. Lösung: Rechnen Sie konservativ (Basis/Schlechtfall) und entscheiden Sie nach dem Basis-Szenario.

  2. Nebenkosten unterschätzen

    Kaufnebenkosten (Notar, Grundbuch, Steuern, ggf. Makler) sind schnell zweistellig – und reduzieren die Rendite spürbar. Lösung: Kalkulieren Sie beim Kauf pauschal 10-15% und prüfen Sie jede Position im Detail.

  3. Keine Rücklagen einplanen

    Unerwartete Reparaturen, Sonderumlagen oder Leerstand können den Cashflow sofort kippen. Wer keine Reserve hat, gerät schnell unter Druck. Lösung: Planen Sie mindestens 6 Monatsmieten Reserve plus laufende Instandhaltung ein.

  4. Falschen Standort wählen

    Rendite nützt wenig, wenn Vermietbarkeit schwach ist oder die Lage langfristig verliert. Mikrolage (Straße/Umfeld) ist oft entscheidender als die Stadt. Lösung: Prüfen Sie Leerstand, Infrastruktur, Arbeitgeber, Mietmarkt und Entwicklung – vor dem Kauf.

  5. Bausubstanz nicht prüfen

    Feuchtigkeit, Dach, Heizung und Leitungen sind klassische Kostentreiber – besonders bei Bestandsimmobilien. Ohne Prüfung kaufen Sie Sanierungsrisiken mit. Lösung: Besichtigung mit Checkliste + Unterlagen + bei Bedarf Gutachter.

  6. Mietvertrag nicht prüfen (bei vermieteten Objekten)

    Index/Staffel, Kaution, Nebenkosten, Modernisierung, Kündigungsfristen – all das beeinflusst Rendite und Risiko. Fehler sieht man oft erst nach dem Kauf. Lösung: Mietvertrag vor Kauf fachlich prüfen lassen.

  7. Finanzierung nicht durchrechnen

    Zu kurze Zinsbindung oder zu niedrige Tilgung kann in der Anschlussfinanzierung teuer werden. Außerdem wird die Monatsbelastung häufig zu optimistisch angesetzt. Lösung: Zinsbindung passend wählen, Tilgung ≥ 2% (besser 3%) und Puffer einbauen.

  8. Steuern falsch kalkulieren

    AfA-Grundlage, anschaffungsnaher Aufwand, Zinsabzug – hier passieren viele Fehler. Das kann im schlimmsten Fall Steuernachzahlungen bedeuten. Lösung: Vor Kauf einmal steuerlich strukturieren (zumindest grob) und sauber dokumentieren.

  9. Ohne Besichtigung kaufen

    Fotos ersetzen keine echte Prüfung. Lage, Zustand, Umfeld und Hausgemeinschaft erkennt man meist erst vor Ort. Lösung: Immer besichtigen oder eine verlässliche Vor-Ort-Prüfung organisieren.

  10. Emotionale statt rationale Entscheidung

    Eine „schöne“ Wohnung ist nicht automatisch ein gutes Investment. Entscheidend sind Zahlen, Risiko und Vermietbarkeit – nicht das Bauchgefühl. Lösung: Kaufen Sie nur, wenn das Objekt Ihre Mindestkriterien erfüllt – unabhängig von Emotionen.

10. Checkliste Immobilienkauf Kapitalanlage

Checkliste zum Abschreiben

11. Häufige Fragen (FAQ)

Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Kapitalanlage-Immobilie?

In der Praxis sind 20-30% Eigenkapital (auf den Kaufpreis) plus Kaufnebenkosten ein solider Standard. Damit bekommen Sie meist bessere Konditionen und haben Reserven. Mit weniger Eigenkapital ist es manchmal möglich, aber riskanter (höhere Rate, weniger Puffer). Wichtig ist, dass die Monatsbelastung auch bei Leerstand kurzzeitig tragbar bleibt.

Welche Rendite ist bei Immobilien realistisch?

Je nach Lage und Objekt sind bei Direktinvestments häufig 3-6% Bruttomietrendite realistisch. Entscheidend ist die Nettorendite nach Kosten sowie Ihr Cashflow. Zusätzlich wirkt der Hebel der Finanzierung auf die Eigenkapitalrendite. Sehr hohe Renditeversprechen sollten Sie immer kritisch prüfen.

Lohnt sich eine Immobilie als Kapitalanlage noch 2025?

Ja – wenn Sie sauber rechnen und nicht zum falschen Preis kaufen. 2025 sind Mieten in vielen Regionen stabil bis steigend, was Erträge absichert. Gleichzeitig bleiben Zinsen ein wichtiger Renditefaktor – deshalb ist eine passende Finanzierung zentral. Wer Standort, Kosten und Risiko im Griff hat, kann auch 2025 langfristig solide Vermögen aufbauen.

Was ist besser: Neubau oder Bestand?

Neubau bietet oft geringere Instandhaltung und teils bessere Abschreibung, ist aber meist teurer. Bestand kann günstiger sein und höhere Renditen ermöglichen, bringt aber häufiger Sanierungsrisiken. Entscheidend ist die Kombination aus Lage, Preis, Zustand und Mietmarkt. Für Einsteiger ist ein gut geprüfter Bestand in stabiler Lage oft ein sehr guter Start.

Wie finde ich die richtige Immobilie?

Starten Sie mit klaren Kriterien (Lage, Mindestmiete, Vervielfältiger, Zustand, Budget). Prüfen Sie dann systematisch Unterlagen, WEG-Protokolle, Rücklagen, Mietvertrag und Kosten. Rechnen Sie konservativ und vergleichen Sie mehrere Objekte. Off-Market-Angebote können attraktiv sein, wenn Prüfung und Struktur stimmen.

Welche Steuern fallen bei Mieteinnahmen an?

Mieteinnahmen werden grundsätzlich mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Gleichzeitig können Sie viele Kosten absetzen (z.B. Zinsen, Verwaltung, Instandhaltung) und den Gebäudeanteil über AfA abschreiben. Dadurch sinkt die steuerliche Bemessungsgrundlage häufig deutlich. Für komplexe Fälle lohnt sich eine steuerliche Einordnung vor dem Kauf.

Was passiert bei Mietausfall?

Bei Mietausfall bricht der Cashflow weg, während viele Kosten (Zins, Hausgeld, Rücklagen) weiterlaufen. Deshalb sind Rücklagen und eine gute Mieterprüfung zentral. In guten Lagen lässt sich oft schneller nachvermieten, in schwachen Lagen kann Leerstand teuer werden. Versicherungen können ergänzen, ersetzen aber keine saubere Objektprüfung.

Soll ich mit oder ohne Makler kaufen?

Ohne Makler können Sie Kosten sparen, brauchen aber mehr Marktkenntnis und Zeit. Mit Makler bekommen Sie Zugang zu Angeboten und Unterstützung im Prozess, zahlen aber Provision (regional unterschiedlich). Entscheidend ist die Qualität: Ein guter Makler liefert Unterlagen, Transparenz und Geschwindigkeit. Bei Off-Market-Deals steht oft der Zugang zum Objekt im Vordergrund.

Wie lange sollte ich eine Anlageimmobilie halten?

Viele Strategien sind auf 10+ Jahre ausgelegt, weil dann häufig die Spekulationsfrist abläuft und sich Tilgung und Wertentwicklung entfalten. Kurzfristige Verkäufe sind möglich, aber stärker markt- und kostenabhängig. Planen Sie mit einem langfristigen Horizont und behalten Sie eine Exit-Option im Blick. Eine klare Strategie hilft, in schwachen Marktphasen ruhig zu bleiben.

Was sind die größten Risiken bei Immobilien-Investments?

Zu den größten Risiken zählen Standortfehler, Sanierungsstau, Mietausfall/Leerstand und Zinsänderungsrisiken bei der Anschlussfinanzierung. Viele Risiken lassen sich durch Prüfung, konservative Kalkulation und Rücklagen deutlich reduzieren. Auch Diversifikation (mehrere Objekte/Anlageklassen) senkt Klumpenrisiko. Das wichtigste „Risikomanagement“ bleibt der Einkauf: Kaufen Sie nicht zu teuer.

12. Fazit & nächste Schritte

Immobilien als Kapitalanlage können 2025 weiterhin sehr attraktiv sein – wenn Sie strukturiert vorgehen. Entscheidend sind Standortqualität, realistische Renditekalkulation, solide Finanzierung und ein sauberes Kosten-/Risikomanagement. Für Einsteiger eignet sich oft eine vermietete Eigentumswohnung in einem stabilen B-Standort mit konservativer Finanzierung und ausreichenden Rücklagen.

Nächster Schritt: Lassen Sie Ihre Ausgangslage (Eigenkapital, Ziele, Budget) einmal unverbindlich prüfen – und vergleichen Sie passende Objekte mit belastbaren Zahlen.

Jetzt kostenlose Erstberatung bei MyInvest24 buchen

Wir analysieren Ihre Ausgangslage (Eigenkapital, Ziele, Budget), prüfen Rendite & Finanzierung und zeigen passende Optionen – kostenlos und unverbindlich.

Erstberatung buchen
Unverbindlich • Experten-Check • Fokus auf Rendite & Sicherheit
MI
MyInvest24 Experten
Expertenteam, MyInvest24

Das MyInvest24 Expertenteam begleitet Kapitalanleger bei der Auswahl renditestarker Off-Market-Objekte, der Finanzierung und der wirtschaftlichen Prüfung. Der Fokus: strukturierter Vermögensaufbau, realistische Renditeplanung und ein sauberer Investment-Prozess.